3 erstaunlich einfache Tipps wie Deine Hundefotos professioneller werden

Wenn man sich Hundefotos von Profis ansieht, wundert man sich oft über deren besondere Wirkung. Diese Bilder sind klar, ruhig und strahlen eine gewisse Balance aus. Sie wirken insgesamt einfach unglaublich stimmig. Wir zeigen Dir heute 3 Tricks, mit denen Du das auch kannst.

Wenn man die Bilder einmal genauer betrachtet, haben sie oft eines gemeinsam: Sie fokussieren sich auf genau eine Sache: den Hund. Alles was vom Hund ablenkt, oder farbig nicht passt, wird entweder gar nicht erst mit aufs Bild genommen, in der Retusche entfernt, oder zumindest so angepasst, dass es nicht mehr so stark ins Auge fällt.

Hier kommen nun drei konkrete Tipps, die Dir helfen, Deine Hundefotos zu verbessern.

 

Tipp 1: Farben reduzieren

Ein einfacher Trick die eigenen Bilder professioneller zu machen ist es, die Farben im Bild zu reduzieren. Und damit ist jetzt nicht gemeint, das Bild einfach zu entsättigen. Es geht darum, sich schon vor der Aufnahme zu überlegen, wie Du eine schöne, reduzierte Farbpalette hinbekommst. Überlege dazu, welche Ecke in Deinem Zuhause bzw. welcher Ort draußen die gewünschten Farben bietet.

Statt auf dem knallbunten Teppich könntest Du Deinen Hund also auf einem neutraleren Untergrund fotografieren. Vielleicht hast Du irgendwo auch eine Wand, die farbig toll zum Hund passt. Oder versuche draußen einen Ort zu finden, der eine passende Farbwelt bietet. Hast Du zum Beispiel einen grauen Hund, versuche doch mal ausnahmsweise das Grün der Wiese oder des Waldes aus dem Bild zu lassen und den Hund auf Kies oder einem Felsen zu fotografieren.

Das heißt natürlich nicht, dass Du Deinen Hund nie mehr auf einer Wiese fotografieren sollst, aber hin und wieder wirst Du mit diesem Trick eindrucksvolle Motive fotografieren, die eine besondere (Farb-)Wirkung entfalten. Auch sieht eine Wiese nicht immer aus wie eine Wiese. Je nach Tageszeit und Lichtstimmung, wird aus dem knalligen Grün eine ganz andere Farbwelt.

Extratipp: Das Shootingboard oder Moodboard

Wichtig: Du kannst hier selber kreativ werden und sogar vorab mit einem so genannten "Moodboard" oder "Shootingboard" die Szenen planen. Gerade beim Thema Farbe macht das viel Sinn. Spaß macht es sowieso. Sammele dazu in einem Textdokument, einer Präsentation oder auf einem echten Blatt Papier Bilder, Farben und Materialien, die gut zur Farbe Deines Hundes passen. Diese findest Du in der Google Bildersuche, in Bilddatenbanken oder, wenn Du es gerne echt magst, in Magazinen und Zeitschriften. Du wirst schnell merken, welche Elemente gemeinsam ein stimmiges Bild abgeben und welche eher unruhig wirken. Zum Thema Moodboards / Shootingboards wird es bald noch einen eigenen Artikel geben!

Falls Du diesen und weiteren exklusiven Content zum Thema Hundefotografie nicht verpassen möchtest, trage Dich hier in unsere Liste zum Thema Hundefotografie ein.

Ein gelungenes Beispiel für eine stark reduzierte Farbpalette aus Braun- und Grautönen

Obwohl dieses Bild deutlich bunter ist, ist auch hier die Farbpalette auf grün und lila reduziert.

 

Tipp 2: Elemente reduzieren

Mit dem vorherigen Tipp einher geht ein weiterer Tipp. Er zahlt auf den gleichen Effekt ein, nämlich das Bild zu beruhigen.

Versuche einmal, möglichst wenige Elemente in Dein Bild aufzunehmen. Ein Element ist in diesem Fall ein Gegenstand, eine Ebene (z.B. eine Wand, oder eine Wiese) und natürlich auch dein Hund. Vielleicht schaffst Du es, das Bild auf vier, drei oder sogar zwei Elemente bzw. Ebenen zu reduzieren.

Was ist jetzt damit gemeint? Nein Du sollst nicht Deine Wände abreißen und auch nicht den Hund aus dem Bild verbannen. Was Du aber unbedingt einmal probieren solltest ist, alles was nicht auf dem Bild sein muss einfach wegzulassen, bzw. den Auschnitt so zu wählen, dass nicht noch irgendwelche anderen Elemente ins Bild ragen. Konkret bedeutet das, dass du zunächst einmal nach gleichmäßigen Hinter- und Untergrund Ausschau halten solltest.
 

Ein ruhiger Hinter- und Untergrund stärkt das Motiv

Das kann z.B. eine einfache Wand sein, was schonmal besser ist, als ein Regal mit hundert bunten Büchern. Achte bei der Wand auch darauf, dass keine weiteren Elemente auf der Wand zu sehen sind. Also weder Steckdosen, noch Bilder, noch irgendwelche Lampen etc. So blöd es klingt, aber wir verschieben manchmal Kommoden und hängen Bilder ab, wenn wir bei uns zu Hause fotografieren. Man kommt sich etwas doof vor, aber es lohnt sich!

Oder, wenn du draußen fotografierst, suche eine Stelle, wo der Hintergrund schön weit entfernt ist. Auch die Arbeit mit einer möglichst kleinen Blende hilft, damit der Hintergrund zu einer gleichmäßigen Fläche wird. So wird auch aus einem Busch mit hunderten Blättern nur ein einzelnes Element.

Das Gleiche gilt auch für den Untergrund. Leg den bunten Teppich mit wildem Muster mal kurz beiseite und nutze einen gleichmäßigen Untergrund. Oder, wenn Du Outdoor fotografierst, räume ein paar heruntergefallene Äste und Blätter weg, an der Stelle wo du Deinen Hund für das Foto positionierst. Wähle bewusst eine Stelle mit einem gleichmäßigen Untergrund, also z.B. da wo der Rasen besondern eben und gleichmäßig gewachsen ist, oder wo die Baumreihe im entfernten Hintegrund besondern glechmäßig gewachsen ist.
 

Weg mit den Accessoires

Auch solltest Du einmal probieren, andere Gegenstände aus dem Bild zu verbannen. Dein Hund wird es verkraften, wenn das Lieblingsspielzeug oder Kuscheltier für ein paar Minuten von seine Seite weicht. Es ist zwar süß, aber es lenkt vom Hund ab und das wollen wir bei diesem Foto ja explizit vermeiden.

Und nicht zuletzt kannst Du auch beim Hund selber etwas tun: Nehme z.B. für das Foto das Halsband oder das Geschirr ab. Auch wenn Du findest, dass es zu Deinem Hund dazu gehört, weil er es jeden Tag trägt, es lenkt das Auge ab und kann dadurch Unruhe erzeugen.

Du fragst Dich, was das alles soll? Ganz einfach: Je weniger auf dem Bild ist, desto stärker liegt der Fokus auf Deinem Hund. Du denkst jetzt vielleicht, dass die Ergebnisse langweilig sein werden, aber probiere es aus, die Wirkung der Bilder wird Dich überzeugen!

Nur 2 Elemente: Der Hund und der Hintergrund

 

Tipp 3: Störer entfernen / Cleaning

Auch der dritte Tipp setzt am vorherigen an. Da ging es darum, die Elemente im Bild zu reduzieren. Also zum Beispiel herumliegende Gegenstände aus dem Bild zu nehmen. Allerdings gibt es immer auch Elemente, die man nicht entfernen kann oder die beim Fotografieren gar nicht aufgefallen sind. Manchmal sind es auch keine Gegenstände, sondern andere markante Stellen im Bild, die ins Auge fallen. Zum Beispiel sehr helle Lichtreflexe, oder sehr dunkle Stellen auf einem sonst hellen Grund. Und es ist die Erklärung dafür, dass man sich manche Bilder stundenlang ansehen kann und man von anderen schon nach kurzer Zeit genug hat.

Alle diese Elemente und Stellen im Bild, die den Blick auf sich ziehen, bezeichnen wir als "Störer" und diese versuchen wir in der Retusche zu entfernen. Warum? Weil im Bild um den Hund gehen soll und nicht um irgendeinen dunklen Punkt im Hintergrund. Und weil dadurch das gesamte Bild an Kraft gewinnt. Es wirkt besonderer, klarer und strahlt mehr Ruhe aus, eben weil das Auge klare Linien fährt und nicht im Zickzack hin und her springt. Das Ganz passiert natürlich sehr unterbewusst. Doch es passiert.

Das geht bis hin zu den feinsten Dingen, z.B. Flusen, Hautschuppen oder andere Unreinheiten. Teilweise retuschieren wir sogar Haare bzw. Haarbüschel, die entgegen der normalen Fellrichtung wachsen. Gerade auch bei der Studiofotografie investieren wir viel Zeit in das so genannte Cleaning, also die Entfernung der Störer. Grund ist, dass das Studiolicht so gut wie jedes Staubkorn sichtbar macht. Gerade, wenn der Hund ein dunkles Fell hat.
 

Wir haben hier als Beispiel mal ein Studioportrait eines Hundes im Vorher/Nachher-Vergleich:

Das Beispiel zeigt schön, wie viele Elemente in der Retusche gecleant wurden. Wenn man beide Bilder vergleicht, wirkt der Hund im Original regelrecht schmutzig und ungepflegt, was aber absolut nicht der Fall war. Das ist ganz normal und sieht bei fast jedem Hund im Studiolicht so aus. Daher gibt es fast keine Bilder, wo wir nichts cleanen.

 

In diesem Beispiel haben wir die Stellen markiert, die wir später gecleant haben. Du kannst dich selber mal durchklicken und vergleichen.

 

Das waren die 3 Tipps für einen professionellen Fotolook

Was nach einem künstlichen, unnatürlichen Look klingt, ist in seiner Wirkung genau das Gegenteil. Das Bild wirkt ausdrucksstark und besonders. Die Dinge, die nicht da sind, vermisst niemand. Und auch wenn eigentlich jeder weiß, dass kein Fell perfekt in die gleiche Richtung wächst und keine Wand perfekt weiß ist, sowie auf keiner Wiese so gut wie keine Blätter oder Stöckchen rumliegen, so wird dies bei den Bildern nicht in Frage gestellt.

Mit etwas Übung werden deine Bilder die Betrachter in ihren Bann ziehen. Probiere die Tipps einzeln, oder kombiniere zwei oder sogar alle drei miteinander. Und berichte gerne von Deinen Ergebnissen! Wir sind gespannt, was Du denkst!