Ein Welpe zieht ein: woran wir beim dritten Hund alles gedacht haben

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Ein Welpe zieht ein. Drei Jahre Wunsch, ein paar Monate Warten und ein Freitagmorgen, an dem sich unsere Einfahrt als knapper Zielpunkt erwies. Wie wir uns auf Mia vorbereitet haben, was bei uns vor dem Einzug im Haus war und was wir beim dritten Hund anders gemacht haben als beim ersten.

Hier schreibt Jeanette. Wenn im Text „ich“ steht, bin ich gemeint, mit „wir“ Daniel und ich.

Golden-Retriever-Welpe Mia im Porträt

Der richtige Zeitpunkt

Schon länger bestand der Wunsch, dass wieder ein Welpe einzieht, und so haben wir uns 2023 bereits eine Züchterin angeschaut. Doch nach reiflicher Überlegung war der Zeitpunkt bei uns nicht optimal. Unser jüngster Sohn brauchte sehr viel Aufmerksamkeit, und wir konnten uns nicht vorstellen, die Zeit aufzubringen, einem Welpen die Aufmerksamkeit zu schenken, die er verdient und benötigt.

So wurde die Idee vertragt. Der Wunsch aber blieb bestehen und wurde ab 2025 wieder konkreter in Betracht gezogen. Wir haben dann Kontakt zu zwei Züchtern aufgenommen, der eine vielversprechend, aber vom Zeitpunkt passte es nicht, und der andere passte für uns persönlich nicht.

Und tief im Inneren wussten wir: Es sollte die Züchterin werden, wo wir 2023 waren. Die Verpaarung für Anfang 2026 klang für uns perfekt, und so war klar, wir warten auf diesen Wurf.

Bei dieser Züchterin passte für uns alles. Die Zuchthunde haben alle gesundheitlichen Ergebnisse, nicht zu viele Würfe, liebevolle familiäre Aufzucht mit verschiedenen Reizen, und es wurde auch alles dokumentiert, wie die Welpen darauf reagiert haben. Die Züchterin steckt ihr ganzes Herzblut hinein, und das merkt man auch.

Die Welpen sind da

Bei der Züchterin fanden wir besonders toll, dass wir „nah“ dabei sein konnten. Sie hat regelmäßig Updates in der Welpengruppe verschickt, und wir freuten uns sehr, dass am Muttertag die Welpen das Licht der Welt erblickten.

Sehr ausgeglichen waren es fünf Hündinnen und fünf Rüden, und für uns stand fest, dass wir wieder eine Hündin aufnehmen wollen.

Golden-Retriever-Mutter säugt ihren Wurf in der Wurfkiste

Unser erster Besuch stand an, als die Welpen zwei Wochen alt waren. Einige hatten schon ihre Äuglein minimal geöffnet, und wunderschön waren sie alle. Die nächsten Wochen erhielten wir regelmäßig Fotos, besuchten sie und bekamen Charakterbeschreibungen, zum Beispiel wie die Welpen bei neuen Reizen reagierten.

Golden-Retriever-Welpen rennen über eine Wiese

Wie die Welpen zugeteilt wurden

Besonders gut gefallen hat uns, wie die Welpen zugeteilt wurden: eine Kombination aus Züchterentscheidung und den Vorlieben der Interessenten. Jede Familie hat ihre Herzensfavoriten mitgeteilt, und die Züchterin hat geschaut, ob die Charakterwünsche passen.

Und so stand mit der sechsten Lebenswoche fest: Die Hündin mit dem roten Halsband wird unser neues Familienmitglied.

Golden-Retriever-Welpe schläft in der Wurfkiste

Ab diesem Zeitpunkt war es natürlich noch spannender, die ganzen Bilder und Videos zu bekommen und die Kleinen zu besuchen.

Wie aus dem roten Halsband Mia wurde

Natürlich haben wir schon nach einem passenden Hundenamen gesucht, bevor der Wurf überhaupt geboren war. Er sollte vor allem nicht ähnlich klingen wie Finja oder Summer.

Anders als Finja, weil sie noch da ist, auch wenn sie ihren eigenen Namen inzwischen nicht mehr hört. Und anders als Summer, weil sie nicht mehr da ist.

Summer war eben Summer, einzigartig, eine Clown-Klasse für sich. Dass Mia uns manchmal ein bisschen an sie erinnert, haben wir uns inzwischen schon ein paarmal gegenseitig gesagt.

Aber der Name sollte etwas Eigenständiges haben. Etwas, das noch nicht besetzt ist mit Gedanken, Erinnerungen oder Wertungen.

Bei vier Personen war das gar nicht so einfach, etwas zu finden, was alle mögen. Unsere Kinder wussten zu dem Zeitpunkt nicht, wann ein Welpe einzieht, nur dass irgeeeendwann einer einzieht. Und so standen zunächst folgende Namen auf unserer Liste:

  • Cookie
  • Jula/Juna
  • Lexi (so heißt auch die Welpen-Mama)
  • Lia/Mia
  • Juli (wir holen sie im Juli ab, also auch irgendwie passend)
  • Happy
  • Lilli
  • Ruby
 

Am Ende haben wir uns alle für Mia entschieden: ganz anders, kurz und leicht auszusprechen. Und keiner von uns hat ein M als Anfangsbuchstaben.

Golden-Retriever-Welpe liegt mit dem Kopf auf dem Boden und döst

Das Warten

Die letzten Wochen bis zum Einzug haben sich wie Kaugummi gezogen, und wir konnten es kaum erwarten, bis Mia bei uns einzog. Und das, obwohl wir so viele Bilder bekamen und sie auch nochmal besuchen konnten.

Auch bei den Vorbereitungen hat die Züchterin uns super unterstützt, egal ob es um Futter, Schlafplatz, Geschirr und Halsband, Spielzeug oder Fellpflege ging. Genauso bei Themen wie Versicherung und Anmeldung.

Drei Golden-Retriever-Welpen liegen zusammen in einem Hundebett mit Cord-Bezug
Golden-Retriever-Welpe lehnt sich an einen erwachsenen hellen Golden Retriever
Zwei Golden-Retriever-Welpen schlafen am Rand eines Cord-Hundebetts
Schlafender Golden-Retriever-Welpe lehnt am Rand des Hundebetts
Golden-Retriever-Welpen fressen gemeinsam aus einem großen Edelstahlnapf
Zwei Welpen liegen im Hundebett, ein erwachsener Golden Retriever schaut dazu

Versicherung, Tierarzt und Hundeschule

Der unromantischste Teil, und der, den Du am besten vor dem Einzug hinter Dich bringst.

Das Thema Hundehalterhaftpflicht ist in den Bundesländern unterschiedlich geregelt, und es wird auch nach kleinen, großen oder gefährlichen Hunden unterschieden. In Nordrhein-Westfalen müssen sogenannte 20/40-Hunde eine Tierhalterhaftpflicht haben, also Hunde, die ausgewachsen mindestens 20 kg wiegen oder mindestens 40 cm Schulterhöhe erreichen. Geregelt ist das im Landeshundegesetz NRW. Wir haben unserer Versicherung den Einzug gemeldet, da wir sie für Finja bereits haben.

Das Thema Hundekrankenversicherung und OP-Versicherung ist mittlerweile riesig. Finja und Summer hatten immer eine OP-Versicherung, und bei den heutigen Tierarztkosten macht das für viele auf jeden Fall Sinn. Dieses Thema würde diesen Artikel aber sprengen.

Den Sachkundenachweis für sogenannte 20/40-Hunde haben wir bereits durch Finja und Summer. Er ist in NRW Pflicht und kann bei Tierärzten abgelegt werden, die von der Tierärztekammer dafür benannt sind, oder bei anerkannten Sachverständigen. Vorgelegt wird er bei der Anmeldung des Hundes bei der Stadt, zusammen mit dem Nachweis über Haftpflicht und Mikrochip. Das geht bei uns einfach per E-Mail. Eine Frist für die Anmeldung legt jede Stadt selbst fest, je nach Ort sind das zum Beispiel zwei oder vier Wochen. Frag am besten vorher bei Deiner Stadt nach.

Beim Tierarzt einmal vorbeigehen, ohne dass etwas passiert

Bereits vor dem Einzug haben wir für Mia einen Impftermin ausgemacht. Die Praxis wollten wir vorab einmal so besuchen, ohne dass etwas passiert, damit sie nicht gleich beim ersten Besuch eine negative Erfahrung durch das Pieksen macht.

Die Hundeschule vorher aussuchen, nicht nachher

Ebenfalls haben wir uns vorab eine Hundeschule ausgesucht, die unseren Werten entspricht und für die wir mehrere positive Empfehlungen bekommen haben. Die meisten Hundeschulen kannst Du Dir vorher ansehen.

Unser Tipp: Ruf die Hundeschulen an, die Dich ansprechen oder die Dir empfohlen wurden, und frag, wann Du sie Dir vorher einmal anschauen kannst. Dann bist Du mit Deinem Welpen direkt bei der richtigen und musst später nicht wechseln, wenn doch etwas nicht passt.

Golden-Retriever-Welpe legt den Kopf auf den Rand des Cord-Hundebetts
Welpe schläft neben einem erwachsenen Golden Retriever an einer Holzwand
Golden-Retriever-Welpen spielen an einem flachen Wasserbecken im Auslauf
Golden-Retriever-Welpe döst allein im großen Cord-Hundebett
Golden-Retriever-Welpe liegt auf nassem Pflaster und schaut in die Kamera
Welpe rollt sich auf dem Sabro Hundebett mit Cord-Bezug zusammen

Unsere Ausstattung

Weil wir immer wieder gefragt werden, was man eigentlich wirklich braucht, bevor ein Welpe einzieht: Hier ist unsere Liste. Nicht die vollständige aus dem Internet, sondern die, nach der wir beim dritten Hund tatsächlich vorgegangen sind.

Wir haben lange überlegt, ob wir das nach „braucht man sofort“ und „kann warten“ sortieren. Am Ende haben wir es gelassen, denn eine Krallenschere vorher zu kaufen kostet nichts extra und schadet niemandem, und für die meisten Punkte auf so einer Liste gilt genau das.

Futter

Beim Futter machst Du keine Experimente. Du nimmst nicht irgendwas, und Du wechselst am Anfang auch nicht noch zwei, drei Mal. Das ist nicht wie bei uns Menschen, wo man nach dem Motto „dann esse ich eben was anderes“ vorgeht.

Heißt: Das Futter, das der Welpe vom Züchter kennt, sollte vor dem Einzug im Haus sein. Und Du solltest Dich vorher einmal mit dem Futterplan beschäftigt haben, denn der ist beim Welpen gar nicht so trivial, wie wir das von unseren erwachsenen Hunden kannten. Da hieß es: ein, zwei Mahlzeiten in den Napf und fertig.

Einen Teil des täglichen Futterbedarfs nutzen wir fürs Training, so wie damals bei Finja und Summer. Unser Klassiker dafür sind selbstgemachte Hähnchenstreifen.

Näpfe

Ein guter Napf ist stabil, nicht zu leicht und vor allem rutschfest. Zumindest bei Retrievern geht es beim Fressen eher hastig zu, mit der Schnauze wird im Napf gegraben, und der wandert dabei durch die halbe Küche. Manchmal wird er auch umgedreht, immer mit ordentlich Krach.

Das ist auf Dauer nervig, und es trägt gefühlt auch nicht dazu bei, dass das Fressen in halbwegs geordneten Bahnen abläuft. Wir nehmen seit Jahren Edelstahlnäpfe, die nehmen keinerlei Geruch an, lassen sich gut reinigen und können in die Spülmaschine. Zwei Stück schaden übrigens auch nicht.

Finja und Summer haben früher immer zusammen gefressen, labbimäßig natürlich eher schneller als genussvoll. Mittlerweile frisst Finja in ihrem Alter aber wirklich deutlich langsamer, daher füttern wir die beiden komplett separat voneinander.

Leine, Geschirr und Halsband

Mia hat für den Anfang ihr Welpenhalsband mit einer Leine von der Züchterin mitbekommen. Beim Geschirr ist wirklich wichtig, dass es gut sitzt, da wollten wir lieber vor Ort schauen und uns beraten lassen.

Und dann bekommt Mia natürlich auch wie Finja und Summer ihr TauStil von der lieben Tanja. Das sind für uns nach wie vor die schönsten Leinen und Halsbänder, sie haben sich über all die Jahre bewährt und einige Wäschen nach Schlammbädern überstanden.

Hundekotbeutel

Eigentlich selbsterklärend, soll aber trotzdem nicht unerwähnt bleiben. Uns ist es super wichtig, alle Hinterlassenschaften wegzuräumen. Hundekot auf offener Straße ärgert nicht nur den, der hineintritt, er fällt am Ende auf alle Hundebesitzer zurück.

Varianten gibt es einige, die nachhaltigen kennen wir natürlich auch. Womit Du am besten klarkommst, musst Du für Dich selbst entscheiden.

Enzymreiniger

Das hast Du vielleicht gar nicht auf dem Schirm, und für das Stubenreinheitstraining ist es aus unserer Sicht eines der wichtigsten Dinge überhaupt.

Warum? Normale Putzmittel überdecken den Geruch nur. Für Deine Nase ist die Stelle damit sauber, für die Nase Deines Welpen nicht. Der riecht die organischen Rückstände weiterhin, und wo einmal Pipi gerochen hat, geht er instinktiv wieder hin. Ein Enzymreiniger überdeckt nicht, sondern zersetzt die Geruchsmoleküle.

Das ist der Unterschied zwischen „riecht jetzt nach Zitrone“ und „ist wirklich weg“.

Treppengitter oder Laufstall

Je nach räumlicher Situation macht das totalen Sinn, und zwar vom ersten Tag an. Von der Treppe hältst Du einen Welpen in den seltensten Fällen mit freundlichen Überredungskünsten fern, sondern mit einer klaren räumlichen Abtrennung. Bei uns ist mit der Vermieterin abgesprochen, dass die Hunde nicht in die erste Etage gehen, also hängt am Fuß der Treppe ein Gitter.

Praktisch ist das übrigens auch als Einstieg ins Alleinsein-Training, gerade wenn Du einen Hund hast, der Dir auf Schritt und Tritt folgt. Aber bitte ganz am Anfang wirklich nur ganz kurz und in Mini-Schritten. Für die allerersten Tage ist das noch nichts.

Kauartikel

Die standen bei uns ursprünglich unter „kann warten“. Die kleinen spitzen Welpenzähne haben uns dann auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt.

Welpe Mia trägt ein Kuscheltier durch den Garten

Mia hat Phasen, in denen sie ziemlich viel knabbert und man das Gefühl hat, sie muss einfach irgendwas mit den Zähnen machen. Ihre Passion sind Schuhe. Die Möbel hat sie zum Glück weitgehend in Ruhe gelassen, von ihren Geschwistern haben wir teilweise anderes gehört, da wurden auch schon Stuhl- und Tischbeine angeknabbert.

Autositz oder Autobox

Bei der Abholung saß Mia auf dem Schoß, so haben wir das immer gemacht. Eine Box muss positiv verknüpft werden, und der Tag, an dem ein Welpe seine ganze bisherige Welt verlässt, ist dafür kein guter Zeitpunkt.

Warte erstmal ab, wie Dein Hund überhaupt aufs Autofahren reagiert. Entspannt oder gestresst? Danach kannst Du in Ruhe schauen, welche Lösung für Dich am besten passt.

Hundekamera

Bei Summer hat uns das damals gut geholfen, bei Finja hätten wir sie zum Beispiel nicht gebraucht. Jeder Hund ist hier anders, und die bauliche Situation zuhause ist es auch. Wir würden erstmal abwarten und schauen, wie der Hund so drauf ist. Ist Alleinsein überhaupt ein Thema?

Hundepfeife

Die erste Zeit ist Eingewöhnen und Kennenlernen. Irgendwann kannst Du sicher mit den ersten Übungen anfangen, aber das muss nicht in den ersten Tagen sein.

Uns war wichtiger, dass Mia erstmal ihren Namen lernt, und dabei sind Wiederholungen Dein Freund. Parallel schon ein zweites Signal aufzubauen, stand am Anfang nicht auf dem Plan. Inzwischen ist die Pfeife der nächste Schritt, dazu weiter unten mehr.

Erste-Hilfe-Set für Hunde

Hier sind wir selbst unsicher. In den meisten Listen steht es unter „kann später“, aber ehrlich gesagt fällt uns kein gutes Argument dafür ein. Passieren kann immer etwas, auch am zweiten Tag.

Wenn Du uns fragst: Pack es lieber gleich dazu.

Und der Rest

Krallenschere, Bürste, Kamm und Furminator gehören dazu, da haben wir nichts Besonderes zu sagen außer dass wir sie haben. Den Leckerlibeutel nutzen wir dagegen von Anfang an: Den hängst Du Dir einfach um und hast immer etwas griffbereit, zum Beispiel wenn der Welpe draußen sein Geschäft verrichtet oder für andere Trainingseinheiten.

Welpe Mia schläft zusammengerollt auf dem Terrassenpflaster

Das Zuhause einmal durchgehen

Ein Welpe zieht ein, und auf einmal sieht man die eigene Wohnung mit anderen Augen.

Dass viele Pflanzen und auch einige Lebensmittel für Hunde giftig sein können oder zumindest zu unschönen Symptomen führen, hast Du vielleicht schon einmal gehört. Das in Ruhe zu checken macht Sinn, bevor der Hund da ist, nicht mittendrin, denn dann hast Du ohnehin alle Hände voll zu tun.

Das gilt drinnen wie draußen. Zimmerpflanzen stehen oft genau auf Schnupperhöhe, und gerade bei einem größeren Garten, in dem der Hund sich später auch mal längere Zeit unbeobachtet bewegt, willst Du sicher sein, dass er dort nichts aufnimmt, was ihm schadet.

Beim Rundgang durchs Haus lohnt es sich, einmal in Hundehöhe zu schauen. Was kippt um, wenn ein Welpe im vollen Lauf dagegen rennt, was lässt sich von einer Kante herunterziehen? Unterschätzt haben wir dabei, dass Mia gar nicht am Boden bleibt. Sie stellt sich mit den Vorderbeinen auf alles, was leicht erhöht ist. Der kleine Schreibtisch der Kinder hat so schon Stifte und Spielzeug verloren, die Arbeitsplatte in der Küche ist dagegen bisher kein Thema. Die Höhe dazwischen ist die, die man leicht übersieht.

Kleine Teile sind das nächste Thema, und zwar das ganze Jahr über. Im Herbst sind es Kastanien und Eicheln, die die Kinder gesammelt haben, sonst Perlen, Murmeln oder Flummis. Alles, was rollt oder hüpft, ist für einen Welpen besonders interessant, und Mia war meistens schneller da als wir.

Das zweite große Thema sind Stromkabel. Im Zahnwechsel haben Welpen ein hohes Kaubedürfnis, und sie unterscheiden nicht zwischen einem Kauartikel und einem Ladekabel. Wir hatten das auf dem Schirm, trotzdem lag auch bei uns mal ein Handyladekabel auf dem Boden. Die sichere Lösung ist immer, das Kabel wegzuräumen oder unzugänglich zu machen. Mehrfachstecker und Kabelsalat verschwinden bei uns in Boxen, aus denen am Ende nur noch ein Kabel herausschaut. Für das, was sich nicht verstecken lässt, gibt es Schutzummantelungen. Welche davon etwas taugt, musst Du Dir im Einzelfall anschauen. Wichtiger ist aus unserer Sicht ohnehin, das Thema überhaupt präsent zu haben.

Und wenn Du einen Kaminofen hast: Schutzgitter. Wir hatten noch eines aus der Zeit mit den Kindern, das man einfach um den Ofen herum aufstellen kann. Ein Welpe weiß nicht, dass Metall und Glasscheibe heiß werden, und mit der Nase ist er schnell dran.

Schlafplatz und Ruhe

Wenn es am Anfang um eine Sache geht, dann um Routine und einen festen Schlafplatz. Der Welpe braucht einen Ort zum Abschalten und Schlafen, und ob das eine Hundebox ist oder eine andere Schlafmöglichkeit, ist zweitrangig. Wichtig ist aus unserer Sicht eine Begrenzung und nicht nur ein flaches Kissen, das hilft dem Welpen, dort wirklich seinen Platz zu finden.

Worauf wir beim Körbchen geachtet haben

Viele holen anfangs einfache Körbchen oder Kissen, weil bis zur Stubenreinheit auch manchmal noch etwas ins Körbchen geht. Daher ist eines wichtig: Wenn Du das endgültige Körbchen holst, sollte der Bezug waschbar sein oder das ganze Körbchen in die Waschmaschine passen.

Wir haben schon mehrere Kudden der Firma Sabro gehabt, in unterschiedlichen Größen und Bezügen, und waren immer happy damit. Wir freuen uns daher, dass wir nun das Welpen-Bundle für Mia haben.

Detailaufnahme des Cord-Bezugs der Sabro Kudde

Die Kudde gibt es bereits seit über 30 Jahren und sie hat sich bei vielen Fellnasen bewährt. Der Rand ist etwas höher, sodass er auch als Kopfablage genutzt werden kann, bei Finja sehr beliebt. Durch die rechteckige Form kann sich der Hund lang machen und die Wirbelsäule ausstrecken.

Für Mia ist das orthopädische Fundament beim Wachstum gut für die Gelenke, und Finja als Hundeomi braucht ebenfalls ein Hundebett mit gleichmäßiger Gewichtsverteilung, damit sich die Gelenke erholen können und sie sich im Schlaf regeneriert. Für Hunde, die Rückenprobleme haben oder sehr anfällig bei den Gelenken sind, gibt es außerdem einen Special-Schaumstoffkern.

Ein Bett für 14 Jahre Altersunterschied

Wir hatten früher eine sehr große Kudde für Finja und Summer zusammen, weil sie immer zusammen lagen. Bei Mia und Finja wussten wir das nicht und haben dann eine Kudde in Größe L genommen, die für die ersten Monate für beide auf jeden Fall ausreicht.

Es erfreut uns jedes Mal, wenn sie beide zusammen drin liegen.

Welpe Mia liegt auf der Kudde mit Cord-Bezug und schaut zur Seite
Labradorhündin Finja liegt in ihrem Hundebett

Anfangs kannst Du die Kudde mit dem Hörnchen verkleinern, sonst sieht sie für einen kleinen Welpen schon sehr groß aus. Mia mag das Hörnchen und kuschelt sich gerne daran.

Welpe Mia liegt mit dem Kopf auf dem Schmusehörnchen in der Kudde
Kleiner Welpe im Größenvergleich zum Hundebett

Welchen Bezug wir wann drauf haben

Die ersten Monate haben wir den Cordbezug nicht draufgehabt, damit wir es einfacher auswischen konnten, falls ein Unfall passiert, und weil es auch warm war. Jetzt, wo die Temperaturen runtergehen und der Herbst kommt, ist der Bezug drauf, und die Kinder kuscheln sich auch gerne mit rein.

Welpe Mia schaut über den Rand der Kudde

Praktisch ist der Wechselbezug, der lässt sich einfach wechseln, weil an der Unterseite ein großer Reißverschluss ist. Der Kunstlederbezug lässt sich leicht abwischen, und wir empfehlen, danach mit einem Enzymreiniger drüberzugehen, damit wirklich alle Gerüche verschwinden.

Verarbeitungsdetail der Sabro Kudde

Bei Sabro findest Du wirklich eine schöne Auswahl an Farben und Stoffen, sodass die Kudde zu Deinem Zuhause passt. Wir haben uns ganz kuschelig für einen braunen Cord-Bezug entschieden, den Leinenbezug finden wir gerade für den Sommer sehr interessant. Praktisch ist einfach, dass Du zwischen so vielen Bezügen wechseln und die Kudde an Jahreszeit, Farb- und Stoffvorlieben anpassen kannst.

Was im Welpen-Bundle steckt

Der große Kuschelhund ist übrigens längst von den Kids in Beschlag genommen worden.

Welpe Mia in der Kudde mit Cord-Bezug

Ehrlich bleiben wollen wir bei der Decke: Für die Zwecke, für die wir eine bräuchten, ist sie zu groß. Ideal ist sie, wenn Du sie zum Beispiel aufs Sofa legst, sofern der Hund hoch darf. Wir haben sie in unsere Autobox gelegt, zusammen mit dem Hörnchen.

So hatte Mia ein kuscheliges Lager, und das Autofahren-Training fiel ihr damit leichter. Gerade das Hörnchen hat ihr Sicherheit gegeben, sie hat sich richtig angelegt und den Kopf abgelegt.

Und das IGLU?

Das haben wir bisher nicht genutzt. Mia ist im Hochsommer eingezogen, und eine zusätzliche Höhle war das Letzte, was sie da gebraucht hat.

Überhaupt ist sie ein Hund, der die Kühle liebt. Morgens früh oder nachts bei der letzten Runde legt sie sich in die nasskalte Wiese, während mir in den Latschen schon die Füße frieren. Drinnen liegt sie oft auf den glatten Fliesen im Flur, und Körperkontakt sucht sie gefühlt weniger, als Summer und Finja das früher getan haben.

Jetzt wird es kühler, mal schauen, wie sie auf das IGLU reagiert. Wir ergänzen an dieser Stelle, sobald wir es wissen.

Und dann das eigentliche Thema: Ruhe

Ein fester Platz ist die halbe Miete. Die andere Hälfte ist etwas, was wir bei Finja und Summer zu wenig trainiert haben: Ruhe. Nichts machen.

Die erste Zeit ist ohnehin so aufregend, allein mit den Kids ist nachmittags so viel los. Uns ist wichtig, dass Mia trotz Trubel einfach entspannen kann, also üben wir, dass einfach nichts passiert.

In der Stadt oder auf dem Spaziergang setzen wir uns irgendwo hin und machen nichts. Sie hat einen festen Radius, der nicht verhandelt wird, bei vielen hilft da ein Fuß auf der Leine.

Welpe Mia schläft auf der Terrasse

Mia weiß inzwischen: Wenn im Café oder Restaurant die Leine am Stuhl festgemacht wird, passiert nichts und sie kann abschalten. Natürlich freut sie sich auch über Streicheleinheiten, aber da sie danach schnell wieder runterfährt, lassen wir es zu. Wenn sie nicht mehr zur Ruhe käme, würden wir die Kellner oder anderen Gäste freundlich bitten, den Hund in Ruhe zu lassen.

Ähnlich wie beim Baby: Wenn es schläft, lassen wir es schlafen. Das galt auch bei Mia, und das wissen die Kids auch.

Viel geben ist nicht viel Liebe

Ein Welpe ist kein Kind. Und ehrlich gesagt braucht auch ein Kind kein randvoll gefülltes Zimmer, um glücklich zu werden und gut zu gedeihen.

Der Drang, viel anzuschaffen, kommt fast immer von uns. Dahinter steckt der Gedanke, dass viel geben auch viel Liebe bedeutet. Nur hängt das eine mit dem anderen überhaupt nicht zusammen.

Das gilt nicht nur fürs Spielzeug. Einem Hund geht es nicht besser, weil er fünf Leinen hat oder drei Körbchen, und wenn wir Spaß daran haben, ist das völlig in Ordnung. Nötig, um gut für einen Hund zu sorgen, ist es nicht.

Eine Kiste mit dreißig verschiedenen Spielzeugen ist jedenfalls nicht das, was Dein Welpe in den ersten Wochen vermisst. Es gibt ohnehin genug zu entdecken und genug Interaktion, die einzige Ausnahme sind für uns Kauartikel.

Das muss man erstmal lernen. Und sich später immer wieder selbst eingestehen.

Welpe Mia wird auf dem Arm gehalten und geschmust

Die Abholung

Freitagmorgen haben wir die Kinder in die Schule und in den Kindergarten gebracht und sind dann losgefahren. Vierzig Minuten Fahrt.

Mia erwartete uns schon im Wohnzimmer, mit ihrer Kuscheldecke und einem Umzugskarton voller toller Sachen.

Wir haben die Abholung noch mit Unterschrift bestätigt, sind nochmal nach draußen zum Lösen, und dann ging die Autofahrt los. Mia saß auf meinem Schoß, neugierig aufgeregt, und junkte ab und an mal. In den Schlaf hat sie nicht gefunden, aber sie hat es ganz toll gemacht.

Bis wir in unsere Einfahrt abbogen. Da merkten wir, dass sie sich übergeben muss.

Zum Glück konnten wir direkt die Autotür aufreißen. Danach ging es ihr auf jeden Fall besser, und wir sind erst mal in den Garten, damit sie sich lösen und ankommen kann.

Aufbewahrungsbox mit der Aufschrift Mia s stuff von der Züchterin
Welpe Mia schläft zusammengerollt in ihrem Hundebett
Inhalt der Welpenbox mit Welpenfibel, Papieren, Leckerlibeutel und Kotbeuteln
Aufgeschlagene Welpenmappe mit Geburtsprotokoll und Charakterprofil für Mia

Das erste Treffen mit Finja

Nachdem der Garten erkundet und Mia sich etwas ausgeruht hatte, haben wir Finja dazu geholt. Wir waren ganz gespannt.

Und dann war es sehr unspektakulär. Mia ist kurz zu Finja hin, es wurde geschnuppert, und dann sind beide einfach getrennt durch den Garten gegangen. Das war’s.

Labradorhündin Finja im Porträt im Garten

Zum Glück ist Mia gar nicht aufdringlich. So hat Finja mit ihren 14 Jahren auch die Ruhe, die sie braucht.

Ins gemeinsame Körbchen hat es allerdings noch gedauert. Am ersten und zweiten Tag ist Finja immer aufgestanden und gegangen, wenn Mia sich dazugelegt hat.

Da haben wir sie zurückgeschickt und ihr signalisiert: Du bleibst liegen. Und wenn überhaupt, geht Mia ins andere Körbchen.

Nach ein, zwei Wochen hat sie es geduldet.

Das erste Treffen mit den Kindern

Daniel ist mit Mia zuhause geblieben, ich habe die beiden vom Kindergarten und aus der Schule eingesammelt. Zuhause sagte ich dann, dass ich ein kleines Quiz vorbereitet habe, und Mias Umzugskarton stand schon bereit.

Die zwei saßen im Garten im Sitzsack, und ich zeigte die unterschiedlichen Hundesachen: Leine, Napf, Kotbeutel, Spielzeug. Die Jungs haben beantwortet, was das ist.

Nachdem ich sie zu echten Hundeprofis ernannt hatte, kam Daniel von hinten. Er hatte sich im Garten mit Mia versteckt.

Und der Hauptgewinn kam angelaufen.

Kind sitzt im Gras und spielt mit dem Welpen
Zwei Kinder spielen im Garten mit Welpe Mia und einem Kuscheltier

Nach einem kurzen Minischreck war die Freude riesengroß! Mia wurde gestreichelt und beobachtet und jedes Geschäft gefeiert. Sie ist eine riesige Bereicherung für unsere Familie.

Kind sitzt im Gras zwischen Labradorhündin Finja und Welpe Mia

Die ersten Wochen: unsere Trainingsziele

Als allererstes kam ihr Name, den wir positiv verknüpft haben: Mia, Leckerchen rein. Mia, Leckerchen rein. Das war ziemlich schnell drin: Wenn wir Mia rufen, gibt es etwas Tolles.

Ziemlich schnell haben wir dann das „Hier“ dazu genommen, für mich das wichtigste Signal. Denn wenn ich meinen Hund aus jeder Situation verlässlich abrufen kann, darf sie beim Spaziergang viele Freiheiten haben.

Welpe Mia läuft über die Wiese

Im Garten habe ich mich dann immer etwas entfernt und „Mia, hieeer“ gerufen. Erst über den Namen kurz Aufmerksamkeit verschafft, und weil sie sowieso schon zu mir gerannt kam, dann das Kommando „Hier“ eingesetzt.

Bis jetzt funktioniert es schon recht gut, aber wir machen es auch nur, wenn wir sicher sind, dass sie kommt. Der nächste Schritt ist, für das Kommando die Hundepfeife zu benutzen.

Weniger ist mehr

Alltagssituationen solltest Du mit Deinem Welpen üben, sobald er sich eingelebt hat. Aber langsam. Die ersten Tage waren wir nur im Haus, im Garten, auf der Straße, denn der Umzug ist für den Welpen ohnehin schon aufregend genug.

Man möchte seinem Welpen direkt alles zeigen und ihn an alles gewöhnen. Aber weniger ist da mehr. Wir haben immer geschaut, dass es eine „Aktion“ am Tag gab, das Kind zum Sport bringen und am Sportplatz sein hat dann bereits gereicht.

Das kam bei uns nach und nach dazu:

  • Am Kindergarten und an der Schule sein
  • In die Stadt gehen
  • Im Café/Restaurant sein
  • Auto fahren
  • Regenschirme benutzen
  • An viel befahrenen Straßen sein
  • Bus und Bahn fahren
  • Im Dunkeln spazieren gehen
  • Im Fahrrad-Anhänger mitfahren
  • Aufzüge benutzen
Golden-Retriever-Welpe Mia schaut in die Kamera

Mia ist nun ein Teil unserer Familie

Wir sind sehr glücklich, dass Mia jetzt bei uns ist und zu unserer Familie gehört. Und glücklicherweise war nur die allerste Autofahrt von Übelkeit geprägt. Wir haben jeden Tag ein kleines Stück mit dem Auto zurückgelegt und das dann gesteigert. In Kombination mit dem kuscheligen Sabro Hörnchen und der Decke hat sich Mia sehr schnell daran gewöhnt und fährt nun sehr entspannt mit. Meist bleibt sie einfach liegen, wenn der Kofferraum aufgeht. Da sind wir sehr froh, dass sie mit uns auch weitere Strecken fahren kann, um neue Abenteuer zu erleben.

Golden Retriever Welpe liegt in Hundebox im Auto

Und was haben wir nun beim dritten Hund anders gemacht? Weniger, als wir uns vorgenommen hatten.

Die Ruhe hatten wir uns fest vorgenommen und am Anfang auch konsequent geübt. Danach ist Mia aber ganz normal in unserem Familienalltag mitgelaufen, und der ist manchmal eher Familienchaos. Dass es trotzdem insgesamt ruhiger war, liegt vor allem an Mia selbst. Sie ist vom Charakter her einfach sehr entspannt (bis auf ihre frechen fünf Minuten, in denen sie alles, was nicht niet- und nagelfest ist, in ihr Körbchen schleppt oder passioniert den Garten umgräbt). Genau das hatten wir uns gewünscht, es war auch ein Kriterium bei der Wahl von Züchterin und Verpaarung. Es hätte aber auch ganz anders kommen können.

Vielleicht ist das unser Fazit: Man kann alles planen, vorbereiten und durchdenken, und dann kommt das echte Leben. Ein Hund mit eigenem Charakter und eigenen Vorlieben, zum Glück. Bei aller Vorbereitung lohnt es sich deshalb, flexibel zu bleiben. Wer sich auf einen festen Ablauf versteift, macht sich selbst unglücklich und nimmt die Leichtigkeit aus der Beziehung zum Hund und aus vielen Situationen im Alltag.

Natürlich hatten wir uns das anders vorgestellt, als Mia nach fünf Wochen nochmal ins Haus gemacht hat, und zwar zielsicher genau dort, wo es am schwersten wieder sauber zu machen ist. Wegmachen (mit Enzymreiniger, siehe oben) und vergessen. Oder die angeknabberte Ecke an unserer Lieblingskommode. Das haben die Hunde vorher doch auch nicht gemacht, daher war das auch bei Mia nicht eingeplant. Menno! Aber am Tag darauf nimmt man es schon kaum noch wahr und denkt nicht mehr dran.

Und vieles haben wir am Ende doch ähnlich gemacht wie bei Finja und Summer, und manches, bei dem wir streng bleiben wollten, dann doch nicht ganz so streng. Das ist nicht schlimm, es ist einfach unser Weg. Der führt ganz sicher zu einem Ziel, zu welchem, werden wir noch sehen. Wir genießen erstmal den Weg.

Welpe Mia sitzt im Gras mit Halsband und Namensmarke

Vielen Dank an Sabro für die Zusammenarbeit und das wundervolle Welpen-Bundle. Der Beitrag ist in bezahlter Kooperation entstanden, unsere Meinung ist aber wie immer unsere eigene.

Bei uns ist gerade wieder Welpenzeit.

Nach über zehn Jahren Hundeleben fangen wir nochmal von vorne an: Stubenreinheit, erste Nächte, alles neu. Im Newsletter nehmen wir Dich mit durch die Welpenzeit, ehrlich und ungeschönt, etwa zweimal im Monat. Dazu gibt es das, was Pfotentick seit jeher ausmacht: Hundefotografie, Rezepte, liebstes Zubehör und den ganz normalen Alltag auf vier Pfoten. Zum Start bekommst Du unsere Welpen-Checkliste als PDF.